Spinnen lernen 01 / Das erste handgesponnenes Garn

Ich berichtete ja schon über mein Vorhaben spinnen zu lernen. Nun dachte ich mir, dass ich da eine kleine Serie draus mache und dokumentiere was ich lerne, meine Fortschritte, Fragen die ich mir stelle…eben meinen Werdegang mit der Handspindel. Das soll kein Tutorial werden, denn ich lerne ja noch. Aber ich hoffe, dass das hier der ein oder andere Spinnanfänger ließt und sich bestärkt und gestützt fühlt. Vielleicht aber auch Profis, die sich interessier ihrer Anfänge besinnen. Hat jemand von euch Tipps und unmengen an Erfahrung. Nur her damit, über Kommentare freue ich mich immer.

Heute fängt es direkt ganz gruselig an! Ich präsentiere: mein erstes handgesponnenes Garn. Tadaaaa!

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Von gruselig kann ich daher sprechen, weil ich aktuell doch schon etwas geübter bin – immer noch Anfänger zwar -aber doch so weit fortgeschritten,  dass ich bereits über den allerersten Versuch lächeln kann. Aber ich war bin schon stolz drauf!
Auf den Fotos kommen die Dimensionen nicht ganz so gut rüber.
Aber man kann an den dicksten Stellen mit Fug und Recht von “daumendick” sprechen :)
Ich las bereits, dass man das in Insiderkreisen “schwangere Regenwürmer” nennt. Meine  Assoziation dazu ist allerdings immer die Schlange im Frankfurter Senckenberg Museum, die sich gerade an einem ganzen Wildschwein gütlich tut. Hier ist es gleich eine ganze Wildschweinherde – Rotte nennt man das glaube ich richtig. Beide sind natürlich ausgestopft. Vielleicht kennt die ja auch einer von euch?

Nun gut, zurück zum Garn. Die Wolle ist eben diese Leicester-Flocke -gewaschen und ungekämmt- die ich bei Wollknoll mitbestellte. Diese hat sich als eher ungünstig für mein Vorhaben erwiesen, da sie doch sehr trocken und filzig ist, sich schlecht kardieren lässt und viele unschöne Knötchen bis kapitale Knoten bildet. Im Katalog, den ich mit dazu bekam, stand dann auch, dass diese Flocken eher zum Basteln sind, für Zwergenbärte(???) und solches. Aber ich wollte ja unbedingt etwas haben, damit ich auch direkt diese Handkarden ausprobieren kann. Wie auch immer, die Wolle ist zwar schön und weich späterhin, nachmachen empfehle ich hier aber nicht.

Was soll ich sagen, habe ich habe dann einfach losgelegt. Natürlich habe ich vorher ausführlich Videos auf Youtube studiert. Chantimanou ist an dieser Stelle sehr zu empfehlen und ich finde es sehr bewundernswert das sie ihr Wissen so engagiert zur Verfügung stellt. Auch im englischsprachigen Bereich sind viele gute Anleitungen zu finden.
Erst ging es etwas krampfig. Der erste Fehler den ich machte, war wohl, dass ich die Fasern so sehr festgehalten habe. Beim Ausziehen musste ich folglich sehr viel Kraft aufwenden. Ich war etwas verdutzt, den bei anderen sah das so leicht aus und für mich war das richtig anstrengend?! Auch an die Koordination aus Andrehen der Spindel, oben festalten und dem Ausziehen der Faser war etwas gewöhnungsbedürftig. Aber so im nachhinein würde ich sagen, dass ich den Dreh recht schnell raus hatte und zumindest die grobe Grundtechnik als recht einfach zu erlenen emfinde. Es ist wirklich sehr schön wenn die Lernkurve recht steil verläuft. Anfangs verwendete ich noch die einfachere Park-and-Draft-Technik. Damit ist gemeint, die Spindel erst zu drehen, dann festzuhalten um in Ruhe die Fasern ausziehen und den Drall verteilen zu können. Dann wieder drehen…und so weiter.

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Das Spinnen im Flug kam recht schnell automatisch. Erst war es so eine Mischform und je mutiger ich wude desto besser ging das. Mittlerweile habe ich schon einige Knäule gesponnen, auch mit unterschiedlichen Fasern, aber das kommt dann in Kürze!

 

 

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