Reisebericht Teil 04 – Rondane / Norwegen

Eine stürmische Gipfeltour und die Rückkehr in die Zivilisation.

Tag 08 – Storrvatnet / Høvringen:

Am nächsten Morgen hatte das Wetter sich nicht merklich gebessert. Zelt also bei Sturm abbauen und weiter gings! Dieser Wandertag war keine Freude. Der Wind kam die ganze Zeit von vorne, es war sehr kühl und das Laufen extrem anstrengend. Der Weg Richtung Høvringen führte uns über eine stetig ansteigende Reihe von Bergkuppen. Was bedeutete das wir ständig dem Sturm ausgesetzt waren. Es ging – zwar nur leicht ansteigend aber doch stetig- bergan. Es begann auch noch zu regnen. Das war zwar nervig, hatte aber den Vorteil das uns die Regenponchos wesentlich besser vor der Auskühlung durch den Wind schützten.

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Die letzten beiden Kuppen lagen bei fast 1600 m und die waren wolkenverhangen! Das heißt wir waren im Nebel und das ganz ordentlich. Die Sicht war gleich null, der Wind dort oben noch stärker und der Regen wurde zu Eisregen! Von vorne – wie Nadelstiche im Gesicht! Es war sehr abenteuerlich und uns war auch nicht sehr wohl bei dieser Aktion. Aber was sollten wir tun? Wir hatten echt Angst das wir die Makierung verlieren, denn der Weg war kaum sichtbar und immer wieder ging es über Geröllfelder, wo man sich nur durch diese Zeichen orientieren konnte. Kurz dachte ich echt wir würden uns hilflos verirren und unser letztes Stündlein hätte geschlagen. Aber glücklicherweise konnte man von einer Markierung noch immer gerade so die nächste im Nebel erahnen. So ging es eine gefühlte Ewigkeit und endlich, endlich ging es wieder bergab und irgendwann lichtete sich auch der Nebel wieder. Wir waren extrem erleichtert. Der Regen jedoch blieb.

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Da wir nervlich und körperlich sehr erschöpft waren und wir es sowieso vermeiden wollten bis nach Høvringen rein zu laufen, beschlossen wir unser Zelt an einer sehr schönen Stelle am Bach aufzuschlagen. Im strömenden Regen! Es war so gut dann endlich aus den nassen Klamotten rauszukommen und sich einfach nur in den Schlafsack einzumummeln. Definitiv die aufregendste Wandertour bisher, sicherlich etwas gefährlich, aber ein Erlebnis an das ich noch oft denken werde.

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Tag 09 – Høvringen/ Smuksjøseter:

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Am nächste Tag sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Zum Glück! Und wir machten uns auf Richtung Høvringen.
Schnell merkte man das wir der Zivilisation wieder näher kamen – was sich auch leider in den letzten Tagen dann kaum noch änderte. Wir trafen öfter Wanderer die lediglich für Spaziergänge oder Tagestouren ausgerüstet waren, die Wege wurden ausgelaufener und breiter und schließlich sahen wir die erste Hütten von Høvringen. Im kleinen Laden dort kauften wir erst mal ordentlich ein: Brötchen und Käse, Obst, Mais, Schokolade und auch Postkarten für den obligatorischen Gruß in die Heimat. Ich mag ja so Mini-Läden, wo alles von Baumarktbedarf bis Apotheke, Klamotten, Tourizeug und Lebensmitteln auf engsten Raum gequetscht ist. Dort lernten wir auch ein sehr nettes, sehr rüstiges älteres norwegisches Ehepaar kennen, mit denen wir und ganz prima verstanden und unterhalten haben.

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Den Weg aus Høvringen raus zu finden war etwas kniffelig, klappte aber dank der Anleitung der Ladenfrau. Wir liefen weiter Richtung Smukjøseter, einer weiteren Hütte, die schön an einem See gelegen ist. Es schien aber auch gerade für ältere Herrschaften ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Wir marschierten ohne Aufenthalt daran vorbei weiter in Richtung Peer Gynt-Hytta. Hier in der Gegend war echt viel los. Es war total ungewohnt so vielen Menschen zu begegnen und wir sehnten uns schon wieder in die Einsamkeit zurück. Pünktlich um 18:00 war dann Ruhe – da beginnt in den Hütten das Abendessen- und wir machten es uns auf unserem klitzekleinen Seegrundstück gemütlich. Es gab Reis mit Mais und Seeblick!

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Tag 10 – Smuksjøseter / Mysuseter :

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Nach einem gemütlichen Frühstück im Zelt, brachen wir am 10. Tag und letzten Wandertag unserer Reise auf Richtung Peer Gynt-Hytta, um dann wieder Kurs auf Mysuseter zu nehmen.

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Kurz vor der legendären Peer Gynt-Hytta gibt es noch eine tolle Felsenschlucht zu bewundern.

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Wir lassen die alte und die neue Peer Gynt-Hytta nebst Ferienhäusern hinter uns und sind schon auf der Zielgeraden.

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Kurz vor Mysuseter kommen wir noch durch ein mooriges Gebiet, das man zum größten Teil auf Laufplanken durchqueren muss.

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Hier finden wir jede Menge reife Moltebeeren und nehmen das zu Anlass uns zu einem ausgiebigen Picknick nieder zu lassen.

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Da diese Etappe heute recht kurz ist, machen wir noch einen Abstecher zu einem Wasserfall.

 

 

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Mysuseter ist größer und weiter verstreut als wir dachten. Es ist zwischen all den Hütten schwierig einen Zeltplatz zu finden. Und so endet unsere Reise dort wo wir vor einigen Tagen starteten. Auf der Anhöhe mit einem wunderbaren Blick auf den See Furusjøen.

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Schon kurz nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten begann es zu regen und es sollte auch die ganze Nacht nicht mehr aufhören.

Tag 11 – Mysuseter/ Otta:

Pünktlich am nächsten Morgen hörte der Regen zum Glück auf. Aus der tollen Aussicht war folgendes geworden:

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Und es war echt kalt. Zum letzten mal bauten wir hier im Rondane das Zelt ab, die Tour ist nun vorbei. Zwar erleichterte das ungemütliche Wetter den Abschied, traurig waren wir dennoch.

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Und dann ging alles ganz schnell. Mysuseter Bushaltestelle – Otta – und ehe man sich versah waren wir auch schon auf dem Campingpaltz in Otta – diesmal dem anderen, dem Schönen!

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Hier unten war das Wetter sehr prima. Warm und sonnig. Nach der einer heißen -endlich!- Dusche ließen wir unseren Urlaub gemütlich mit lesen, schlafen und essen ausklingen.

Tag 12 – Otta / Oslo:

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Am vorletzten Tag der Reise verlassen wir Otta wieder mit dem Zug, auf nach Oslo. Ich komme endlich zum Stricken!

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Nachdem wir unser tristes Hostelzimmer bezogen haben, verbringen wir den Rest des Tages damit uns Oslo anzuschauen. Schön ist es hier, aber ganz anders als ich es mir vorgestellt habe…

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Tag 13 – Oslo/ Heimat:

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Und dann sind wir auch schon wieder im Flugzeug auf dem Weg in die Heimat. Wie immer ging alles viel zu schnell. Schon im Flieger kommt einem alles total unwirklich vor. Die ersten Gedanken an den Alltag -der einen viel zu schnell wieder einholen wird- schleichen sich schon wieder an. Wir würden uns gerne noch mal zwei Wochen zurück beamen und wieder von vorne anfangen.
Schön wars!

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