Knietief im Löwenzahn

An einem der wenigen schönen Tage Anfang Mai fiel mir wieder siedend heiss ein kleines Projekt ein, dass mir den ganzen Winter im Kopf herumspukte, sich zu dieser Jahreszeit allerdings nicht realisieren ließ.
Ich möchte Löwenzahnhonig herstellen!

Irgenwann war ich im Intenet darauf gestoßen, dass man das machen kann, fand es äußerst interessant, speicherte es im Hinterkopf ab und nun war es an der Zeit das Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen.
Und zwar allerhöchste Zeit! Der Löwenzahn steht momentan voll in der Blüte. Schon wenige Tage später waren es nur noch Pusteblumen.
Also begab ich mich an die örtlichen Bachauen. Ein Löwenzahnmeer. Schön ist es hier! Hinterlassenschaften aller Art – Hunde und so – muß man hier nicht befürchten. Der Mensch ist eher faul. Der Spazierweg weiter oben ist stärker frequentiert. Ich mache mich mit meinem Beutelchen ans Werk und köpfe Löwenzahn um Löwenzahn. Ein bisschen tut mir das schon leid. Schnell setzt der Jagd- und Sammeltrieb ein, noch schneller werden die Hände sehr sehr gelb.

Wieder daheim kam das Ganze erst mal in eine große Schale und auf die Terasse um Käfern, Fliegen und anderem Getier die Möglichkeit zu geben zu flüchten. Taten sie auch; und zwar reichlich.
Als nächstes wird das gelbe oben, die Blütenblätter vom grünen rundrum getrennt. Ich hab das einfach abgeschnitten, kann man aber auch zupfen.
An diesem Punkt tat es mir echt leid um die schönen Blumen wie sie da so geköpft in der Schale lagen und dann auch noch auseinander gepuhlt werden. Man ist ja schon darauf geprägt etwas schönes und feines und lebendiges wie Blumen nicht mutwillig zu zerstören. Aber hier heiligt der Zweck wohl die Mittel.

Löwenzahn_07

Naja gut, das war auf jeden Fall eine ganz ordentliche Fleißarbeit – es war mir vorher nicht ganz bewußt das ich SO VIEL gesammelt habe, aber ich mag ja so Sachen ganz gerne und dabei schön draussen in der Sonne zu sitzen ist auch fein.

Nun gehts zum Rezept. Wobei ich eigentlich keinem Rezept gefolgt bin. Ich hab zwar mal kurz im Internet quer gelesen und habe dann einfach alles über den Daumen gepeilt.
Das ging dann in etwa so:

1.) Die ca. 500g Löwenzahnblütenblätter mit so 2-2,5 Liter Wasser übergießen. Dazu kam der Saft von zwei Zitronen und eine, in Scheiben geschnitte Orange. Natürlich wäre es in der Tat praktischer auch die Orange zu pressen, meine Orange jedoch war riesig und kragte sehr über die Citruspresse. Pressen ging also nicht. Scheiben sind auch prima und schön anzusehen.

Löwenzahn_06

2.) Das ganze aufkochen lassen und gut 15 Minuten köcheln. dann habe ich das einfach so bis zum nächsten Tag stehen lassen.

3.) Alles durch ein Sieb gießen oder ein Tuch, schön auspressen.

4.) Wieder erwärmen. So 2 kg!! Zucker dazu. Ich nahm 1 kg braunen und 1kg normalen weißen. Außerdem habe ich noch eine Vanilleschote ausgekratzt und alles mit rein. Die Schale dann später rausgefischt.

Löwenzahn_08

5.) Alles zusammen dann aufkochen und  Ewigkeiten köcheln lassen, bis es die Konsistenz hat die man gerne haben möchte. Bei mir waren es sicherlich 3 Std., die Konsistenz und Farbe ist wie Waldhonig. Sehr schön!

Löwenzahn_05

6.) Schlussendlich das Ganze in abgekochte Gläser füllen, zuschrauben, umdrehen und abkühlen lassen.

7.) Geschmackstest. Am besten auf gutem Brot mit schön Butter drunter. Schmeckt sehr gut, sehr süß, caramellig. Wieviel vom Geschmack jetzt Löwnzahn ist kann ich nicht genau beurteilen. Ein bischen habe ich ja die Befürchtung das man auch einfach Zuckerwasser hätte einkochen können. Aber trotzdem schön das er drin ist, der Löwenzahn. Ich bin sehr zufrieden!

Dann habe ich mir noch Etiketten dazu ausgedacht, hergestellt, aufgeklebt. Jetzt kann das ganze ab in den kühlen, dunklen Schrank und wartet auf den Einsatz als Geschenk oder zum Selbstverzehr auf Brot, im Tee oder zum Kochen.

Tadaaa! Da sind sie!

Löwenzahn_12

Löwenzahn_11

 So, das wars von mir zum Thema Löwenzahnhonig. Prima Sache. Ich denke ich werde das nächstes Jahr auf jeden Fall wiederholen.

Tags: , , , , ,

One Response to “Knietief im Löwenzahn”

  1. bogus 26. Mai 2013 at 21:12 #

    mhhh!

    Besonders lecker auf einem guten Brot.

Leave a Reply