Das kleine Spinnrad – In action

Ich berichtete ja schon ausführlich über den Fund, den Zustand und die Restaurierung meines kleinen Spinnrädchens. Jetzt kommt der Praxistest!

Nach dem das Rad fertig war konnte ich es natürlich nicht abwarten es auch richtig auszuprobieren. Hier erst noch mal das Vorher-Nacher Bild:

Spinnrad02_14

Das Aufziehen des Antriebsriemens war etwas kniffelig und zeitweiliger Schnuramok, klappte dann aber doch. Ich nahm einfach eine Paketschnur. Und dann…oh je! Es ging sehr schwergängig. Das Rad wollte nicht richtig drehen, wenn es dann mal in die Gänge kam ist der Faden abgesprungen – HORROR! Ich war enttäuscht. Ich hätte davon ein Video drehen sollen – einfach nur eierndes Rumgequitsche!

Ich quälte mich eine Weile so herrum und kam dann doch auf den Gedanken, dass ich ja alles auch mal ordentlich einfetten könnte. Da sieht man mal wieder, dass man nicht voreilig zu werke gehen soll, denn den gleichen Fehler hatte ich ja schon mal beim allerersten Testlauf gemacht. Kaum war ordentlich Fett an allen Drehteilen lief es auch wie am Schnürchen. YAY! Ohh, ich hab mich so gefreut!

Anfangs sprang der Faden noch oft von der einen in die andere Rille auf dem Rad ( – in der rechten Rille waren dann also beide Fäden, in der linken keiner) und das Rad wollte lieber links herum drehen als nach rechts. Aber irgendwie hat sich das alles eingegroovt mit der Zeit. Es funktioniert auf jeden Fall viel besser als ich mir das erträumt habe. Nach etwas Übung komme ich auch mit dem doppelfädigen Antrieb sehr gut zurecht. Der Einzug läßt sich doch erstaunlich gut regulieren durch die Fadenspannung. Ein sehr faszinierendes System. Ich habe auch schon fleißig damit gesponnen und es macht echt Spaß und ist auch gar nicht schwierig. Ich mag das kleine Spinnrad!

Spinnradspinnen02

Und der Kammzug dazu:

Spinnradspinnen03

Zwar eiert das Rad etwas, trotzdem läuft alles flüssig und einigermaßen leise. Das ist mir wichtig. Quitschen finde ich doof.
Nicht so gut finde ich, dass ich davor nicht so gut sitzen kann. Einen Stuhl finde ich zu hoch und die Kiste auf der ich im Moment sitze ist fast zu niedrig. Mir tut dann immer recht schnell das Knie weh und das sollte wohl nicht so sein. Auch was die Dicke des Garns angeht, bin ich schon an die Grenzen dieses Rädchens gestoßen. Diesen Merinokammzug etwas dicker zu vespinnen klappte super, verzwirnen aber nicht mehr. Das musste ich dann mit der Handspindel machen. Im Moment verspinne ich massenweise Alpakafasern und das ist eine richtige Freude. Dünn geht prima! Auch etwas nervig ist, dass es nur eine Spule gibt und die auch sehr klein ist. Mit Ach und Krach bekomme ich da 50g drauf. Ich hatte zwar schon überlegt mit 2-3 Spulen anfertigen zu lassen aber ich weiß noch nicht so recht.

Mein Fazit zu der Spinnradsache ist, dass ich total zufrieden bin und die Arbeit sich gleich in vielerlei Hinsicht gelohnt hat. Das Rad erstrahlt in neuem Glanz, es funktioniert seinem Alter entsprechend prima und ich konnte erst mal ausprobieren ob mir das Spinnen mit dem Spinnrad auch Spaß macht. Dazu kann ich nur sagen: Ja, Ja, JAAA! Hätt ich gar nicht gedacht, dass ich das so gut finden könnte.

Und deshalb habe ich natürlich schon wieder neue Pläne!
Ich möchte eine neues modernes Spinnrad! Jawohl! Gar nicht so sehr, weil ich das Kleine ersetzten möchte. Aber ich habe gemerkt habe, dass ich mich mit dem Spinnrad-spinnen noch etwas intensiver beschäftigen möchte, als es diese Rad hier zulassen würde. Es bleibt natürlich hier bei mir und ich werde es auch sicherlich noch gerne oft benutzen. Es wird aber definitiv Gesellschaft bekommen!

Und weil ich ja sehr ungeduldig bin und auch demnächst auch Geburtstag habe, ist der Plan schon nahezu in die Tat umgesetzt! Ja, es ist schon hier. Das neue Spinnrad:

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Aber da es ja ein konglomeratives Geburtstagspräsent ist, zu dem ich auch noch einiges beisteuerte, werde ich brav noch bis zu meinem Geburtstag warten, bis es eingeweiht wird. Hab aber schon mal reingelugt ;) – natürlich nur um zu schauen ob damit auch alles ok ist. Ist ja klar!

Deshalb: man darf gespannt sein. Welches ist es wohl? Ich werde das Geheimnis bald lüften, es vorführen und auch noch ein paar Gedanken äußern, die ich mir machte, auf dem langen Weg der Entscheidungsfindung.

 

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