Darf ich vorstellen: Mein Ladybug!

Endlich, endlich komme ich dazu euch mein Spinnrad vorzustellen! Und wie das Bild schon erahnen lässt, ist es ein Schacht Ladybug! 

Tatsächlich besitze ich es ja schon eine ganze Weile. Seit meinem Geburtstag im September letzten Jahres um genau zu sein. Diesen Beitrag hier wollte ich ja schon ewig geschrieben haben… so hatte ich wenigsten  genug Zeit das Rad auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ich habe mir überlegt, das ich jetzt einfach etwas ausführlicher über das Pro und Contra, das Wie und Warum und dieses und jenes in Bezug auf mein Spinnrad berichten werde. In der Hoffnung vielleicht dem ein oder anderen diese schwere Entscheidung (Welches Spinnrad???) zu erleichtern. Als ich mich letztes Jahr zum Kauf eines neuen Spinnrades durchgerungen hatte,  habe ich Berichte über Spinnräder in Foren und Blogs geradezu verschlungen und viele waren mir eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung.

Warum habe ich mich für das Schacht Ladybug entschieden?

Also tatsächlich waren bei mir gar nicht so viele Spinnräder in der engeren Auswahl. Als erstes liebäugelte ich mit einem Henkys. Weil ich es einfach gut gefunden hätte ein Spinnrad zu haben, das hier in Deutschland in Handarbeit gefertigt wurde. Aber als ich dann die Warteliste sah, war das erledigt. Vielleicht wenn ich schon ein anderes Spinnrad gehabt hätte (das kleine alte zählt nicht ;) ). Aber nicht so. So geduldig bin ich niemals!

Als nächstes dachte ich: es ist ein Louet S10. Finde ich prima. So ein Traditionsding das es schon ewig gibt, mit total dem guten Design. Optisch definitiv mein Lieblingsspinnrad, immer noch. Wie Gegenstände aussehen ist mir ja schon recht wichtig. Und ich wollte auf jeden Fall ein neues Spinnrad das auch modern ausschaut. Ich recherchierte dann ein wenig über das Louet und war kurz davor es zu bestellen. Aber ein Video auf You Tube verunsicherte mich ein wenig. Es quietschte ganz jämmerlich beim Spinnen! Bei meiner Recherche war ich auch immer wieder auf den Namen Ladybug gestoßen. Denn es wurde immer gelobt und weiterempfohlen.
Erst interessiert mich das gar nicht so sehr und dann schaute ich es mir doch mal genauer an.
Und was soll ich sagen? Es war keine Liebe auf den ersten Blick! Ich fand es schrecklich! Mein erster Gedanke war: eine dicke, plumpe Ente mit riesigen Füßen. Nein danke! :)

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Aber irgendwie ließ mich das doch nicht los und ich schaute mir das Ding immer wieder an, las Berichte  und schauet Videos und auf einmal mochte ich es. Es war mir sympathisch und ich fand plötzlich das es doch optimalstens zu mir passen würde. ;) Und seitdem sind wir Freunde. Ausschlaggebend war mal wieder ein Video auf You Tube, in dem eine Dame in einem Spinn- und Wollgeschäfte das Ladybug vorstellt und erklärt. Am Anfang etwas langatmig, aber als es dann losgeht mit dem Spinnen eine regelrechte Erleuchtung! Einfach nur ein leises geschmeidiges Summen. Total gut. Ich wollte es! Beim Preis musste ich dann noch mal kräftiger Schlucken – schon eine Ansage im Vergleich zum Louet. Aber gut. Wenn schon, denn schon dachte ich und bestellte.

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Wenige Tage später war es dann auch schon da. Ich habe tatsächlich noch bis zu meinem Geburtstag gewartet. Bin tagtäglich um den Karton herumgeschlichen und habe es dann erst ausgepackt. Zusammenbauen musste man nicht mehr sehr viel. Die Tritte befestigen und die Lazy Kate, die ich dazu bestellt hatte, anschrauben. Fertig! Das Probespinnen hat gleich wunderbar geklappt. Alles sehr fein! Und jetzt so lange Zeit später ist immer noch alles prima. Ich bin sehr zufrieden.

Was kann das Schacht Ladybug?

Ich meine es ist ein supergutes Allround-Rad. Es lässt sich ein- und zweifädig betreiben. Kommt mit zwei Wirteln mit je zwei Übersetzungen daher und wem das nicht genügt, der kann auch noch einiges an Zubehör kaufen. Dies ist jedoch vergleichsweise teuer, wie ich finde. Außerdem sind auch noch 3 Spulen dabei. Die haben mir bisher immer gut gereicht. Auf eine Spule passen ca. 100 g Gesponnenes. Bisher hat alles von dickem Garn bis Lacestärke ohne Problem geklappt.

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Für mich hat diese Spinnrad eine perfekte Größe, es lässt sich durch die 3 Griffe sehr gut tragen und auch im Auto lässt es sich gut mitnehmen. So haben das Ladybug und ich schon die ein oder andere Autofahrt zusammen gemeistert.
Das Schwungrad und der Flyer sind kugelgelagert und laufen schön lautlos und geschmeidig. Der Einzug lässt sich durch eine Spulenbremse sehr fein und stufenlos regulieren.
Und dann ist da ja natürlich noch der kleine Marienkäfer, der sich bei jedem Schacht Ladybug an einer anderen Stelle befindet. Meiner ist an der vorderen Strebe. Ich mag sowas ja, so kleine Detailverliebtheiten!

Titel

Gibt es auch Nachteile am Schacht Ladybug?

Also bis jetzt habe ich nichts zu meckern. Für mich ist es perfekt und ich hatte noch nie das Gefühl ein anderes, zweites oder drittes Spinnrad zu benötigen. Ich spinne eigentlich jeden Tag daran. Wenn auch an manchen Tagen nur kurz, ist das oft meine erste Tat wenn ich von der Arbeit nach Hause komme :)

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Wenn jedoch etwas bemängelt werden müsste, dann gibt es zwei Sachen die mir nicht so gut gefallen. Zum einen die Lazy Kate. Die würde ich nicht mehr kaufen. Eher eine “Externe”. Die Lage, vor einem am Spinnrad stört mich, dass finde ich unergonomisch. Hab mich aber damit arrangiert. Was für mich aber kaum Sinn ergibt ist die Spulenbremse daran. Man kann Gummiringe über die Spulen legen und dann über eine Rolle am Haltestab, dass soll verhindern, dass die Spule total unkontrolliert durchdreht. Aber mit der Bremse ist das total fest, da macht verzwirnen keinen Spaß mehr. Daher lasse ich die Bremse weg. Das Gelbe vom Ei ist das aber nicht.

Der zweite Punkt ist ein eher ästhetischer, der mich anfangs echt gestört hat, aber keinerlei Auswirkungen auf das Spinnen hat. Und zwar läuft das Rad nicht exakt rund. Das mag  jetzt kleinkariert anmuten, nervte mich aber. Natürlich bin ich der Sache gründlich auf den Grund gegangen. Das liegt an zweierlei Dingen. Das Kunststoffrad hat einen ungleichmäßigen Entformungsgrad an der Außenseite. Das lässt das Ganze schon mal optisch beim Drehen unrund erscheinen. Aber die Aufhängungen des Rades sind auch nicht exakt gegenüber, so dass das Rad leicht – und ich meine wirklich nur leicht- gekippt ist. Was in der Rotation aber doch zu bemerken ist.

Hört sich schlimmer an als es ist, denn es ist GAR NICHT schlimm. Wenn man sich im Internet Videos vom Schacht Ladybug anschaut, kann man diese leichte “auf und ab wogen” des Rades bei allen bemerken. Nur wenn man darauf achtet wohlbemerkt.

Jetzt aber Schluss mit dem Genörgel. Denn es ist alles gut ich bin sehr zufrieden und empfehle jedem der auf der Suche nach einem Spinnrad ist, sich dieses mal genauer anzuschauen. Daumen hoch für das Schacht Ladybug. Ich hoffe wir werden noch viele tausende Meter Garn gemeinsam zurücklegen!

 

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